Wettbewerb Mannheim - Schafweide

Auslobung eines nicht offenen Investoren- und Planungswettbewerbs RPW 2013 der Stadt Mannheim

Shortfacts
Pro Concept AG (Auslober: Stadt Mannheim)
Projektstandort: Mannheim
Jahr: 2020
ca. 11.600 m² BGF oi. & 5.000 m² BGF ui.
ca. 26 Mio. Euro netto

An der Ecke Friedrich-Ebert-Straße und der Straße Schafweide liegt – unmittelbar oberhalb des Neckarufers – eine bislang unbebaute Fläche in ebenso attraktiver wie städtebaulich prägnanter Lage.  Die Stadt Mannheim möchte nun den Bereich einer baulichen Entwicklung zuführen, die diesem herausragenden Standort angemessen ist. Auf einer südöstlichen, an der Friedrich-Ebert-Brücke gelegene Teilfläche wurde bereits Ende 2018 ein Wettbewerb für den Neubau des SWR-Studios Mannheim-Ludwigshafen entschieden. Für den verbleibenden, ca. 5.200 qm großen Teil des Grundstücks, ist eine bis zu 5-geschossige Wohnbebauung mit ergänzenden, wohnverträglichen Nutzungen sowie einer Kindertagesstätte vorgesehen.

Innerhalb dieses nicht offenen Investoren- und Planungswettbewerbs RPW 2013 beauftragte die Pro Concept AG aus Mannheim HS 02 mit der Planung. Den städtebaulichen Vorgaben folgend wird der Blockrand entlang Schafweide und Friedrich-Ebert-Straße mit einer 5-geschossigen Blockrandbebauung geschlossen. An der südwestlichen Grundstücksecke des Hermann-Heimerich-Ufers wird ein 4-geschossiger L-förmiger Solitär gestellt. Über zurückspringende Obergeschosse gibt der Baukörper möglichst viel Blick auf den Neckar frei. Der Blockrand wird über Vor- und Rücksprünge in seiner Kubatur gegliedert. Zu dem entstehenden privaten Innenhof staffeln sich die Gebäude terrassenförmig ab. Über die herausspringenden Gebäudeteile werden kleinere Hofbereiche erzeugt, die unterschiedlichen Nutzungen zugeordnet sind. Im Norden wird ein Nutzgarten zum gemeinschaftlichen Bewirtschaften und ein Lesegarten als Ruhezone vorgesehen. Im Süden befindet sich neben der abgegrenzten Freifläche der Kita ein Kinderspielplatz für die Bewohner. Zentrum des Innenhofes bildet der zentral gelegene Seerosenteich.

Es wird überwiegend eine Wohnnutzung vorgesehen. Im Erdgeschoss befinden sich im Blockrand teilweise Gewerbeeinheiten. Diese werden als Splitlevel-Einheiten, mit “öffentlichem” Verkaufsraum auf Straßenniveau und zum Hof hin orientierten Räumen auf Hochparterre-Niveau, ausgebildet. Im Solitär wird eine Kita mit Freiflächen im Innenhof und ein kleines Cafe zum öffentlichen Platz hin angeordnet. Die Wohnnutzung ist zu fast gleichen Teilen in gefördertes Wohnen, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen aufgeteilt. Die Trennung erfolgt treppenhausweise.

Das Erdgeschoss wird als Hochparterre ausgebildet. Der Innenhof liegt erhöht auf Erdgeschossniveau, um zum Einen bodengleiche Austritte zu ermöglichen und zum Anderen eine Erdüberdeckung der Tiefgarage von mindestens 1m zu gewährleisten. Alle Wohnungen erhalten durchgängig bodentiefe Fenster. Die Straßenfassaden der Blockrandbebauung werden dabei durch schräge Laibungen akzentuiert. Die Treppenhäuser erhalten analog hierzu über alle Geschosse schräg zulaufende Fassadenausschnitte. Der Solitär hebt sich in Gestaltung und Materialität bewusst vom Blockrand ab. Großflächige Fensterflächen und Loggia-Einschnitte gliedern hier die Fassade. Im Erdgeschoss werden als Sichtschutz vorgestellte Holzlamellen vorgesehen.

Die Blockrandbebauung wird auf Grund ihrer Lage an den Hauptverkehrsstraßen und damit einhergehender hoher Emissionsbelastung, bewusst mit einer widerstandsfähigen Fassade aus Vollklinker ausgeführt. Die Eingangsbereiche werden mit einem geschlossenen Holzelement betont. Die darüber liegende Treppenhausfassade erhält eine gelochte Klinkerfassade, die die Belüftung und Belichtung für das Treppenhaus sicherstellt. Die horizontale Bänderung wird im Innenhof in Balkonen und Terrassen fortgeführt. Teile der Balkone sind mit großflächigen Pflanztrögen ausgestattet, die eine intensive Begrünung mit Gräsern und Stauden aufnehmen können. Die Materialien Klinker, Beton und Holz wurden bewusst ausgewählt, um das Material und auch die Haptik der Materialien zu zeigen. Damit einher geht der Ansatz, an den Gebäuden möglichst mit mineralischen Werkstoffen zu arbeiten. Dies setzt sich in den verwendeten mineralischen Dämmstoffen der hinterlüfteten Klinkerfassade und der kerngedämmten Betonelemente fort.

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